Rotlichttherapie beim Pferd

Rotlichttherapie beim Pferd heißt heute meist nicht mehr Wärmelampe, sondern LED. Zwei Wellenlängen sind dabei üblich: 660 nm rotes Licht für die oberflächennahen Schichten und 850 nm Nahinfrarot für Muskulatur, Sehnen und Gelenke darunter. Was das Licht tut, was es nicht tut und wie lange du es anwendest, steht hier.

Pferd im Stall mit angelegtem Infrarot-Gürtel um den Rumpf, Gerät eingeschaltet
Die Anwendung findet im Stand statt: Der Gurt liegt direkt am Rumpf an, das Pferd bleibt dabei ruhig angebunden.

Was passiert im Gewebe?

Licht dieser Wellenlängen wird von den Mitochondrien in den Zellen aufgenommen. Das Prinzip wird Photobiomodulation genannt und ist seit Jahrzehnten Gegenstand von Forschung, in der Humanmedizin ebenso wie in der Tiermedizin. Beobachtet werden eine bessere lokale Durchblutung und eine angeregte Zellaktivität im bestrahlten Bereich.

Was daraus für das einzelne Pferd folgt, lässt sich nicht pauschal sagen. Die Anwendung ist kein Medikament und kein Ersatz für eine tierärztliche Behandlung. Sie wird begleitend eingesetzt, meist in der Aufbauphase nach einer Verletzung oder als Teil der Regeneration nach der Arbeit.

Rotlicht oder Infrarot: 660 nm und 850 nm im Vergleich

660 nm ist sichtbares rotes Licht und bleibt nah an der Oberfläche. Es wird für Haut, Fell und oberflächliche Muskulatur genutzt. 850 nm liegt im nicht sichtbaren Nahinfrarot und dringt tiefer ein, weshalb es für Sehnen, Bänder und Gelenke die passendere Wellenlänge ist. Die meisten Geräte können beides und lassen sich im Kombimodus betreiben.

Von der Farblichttherapie mit blauem oder grünem Licht ist das zu unterscheiden. Dafür gibt es deutlich weniger belastbare Untersuchungen als für den roten und infraroten Bereich.

Wofür Pferdehaltende Rotlicht einsetzen

Am häufigsten: nach dem Training, um beanspruchte Muskulatur zu lockern. In der Aufbauphase nach einer Sehnen- oder Bänderverletzung, wenn die akute Entzündung vorbei ist. Bei älteren Pferden mit steifen Gelenken vor der Bewegung. Und im Winter, wenn das Pferd nach der Arbeit lange braucht, um wieder trocken zu werden.

Was Rotlicht nicht leistet: Es ersetzt keine Diagnose, keine Schmerzmedikation und kein kontrolliertes Bewegungsprogramm. Wer eine Sehnenverletzung hat, kommt an der Aufbauarbeit nicht vorbei, egal welches Gerät im Stall hängt.

Wie lange und wie oft anwenden?

Üblich sind 10 bis 20 Minuten pro Stelle, ein- bis zweimal am Tag. Länger ist nicht besser. Die Geräte im Sortiment schalten nach 15 Minuten automatisch ab, damit die Anwendung nicht ausufert.

Das Pferd sollte ruhig stehen. Bei den ersten Anwendungen kürzer bleiben, die Pulsfunktion weglassen und beobachten, wie das Pferd reagiert. Manche Pferde entspannen sich sofort, andere brauchen drei, vier Termine, bis sie das Gerät akzeptieren.

Wann Rotlicht nichts bringt oder schadet

In der akuten Entzündungsphase, also solange ein Bein warm, geschwollen und schmerzhaft ist, hat weder Wärme noch Licht dort etwas zu suchen. Erst der Tierarzt, dann alles Weitere.

Nicht auf offene Wunden, nicht auf frisch geschorene oder gereizte Haut, nicht in die Augen, nicht über bekannten Tumoren. Bei tragenden Stuten und bei Pferden mit Vorerkrankungen vorher mit dem Tierarzt sprechen. Und wer eine Ursache nicht kennt, sollte sie klären lassen, statt sie zu bestrahlen.

Welches Gerät für welche Stelle?

Für den Rücken gibt es Decke und Therapiematte, für Sehne und Röhrbein Gamasche und Therapiestiefel, für den Huf die Hufglocke, für Genick und Ganasche den Kopf-Gürtel. Eine ausführliche Zuordnung und die Preise findest du in der Kategorie Rotlicht-Therapiegurte. Speziell für Sehnen und Gelenke am Bein sind die Therapiegamaschen die passende Bauform. Bei einer Sehnenverletzung lohnt vorher der Blick auf Sehnenschaden beim Pferd.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zur Rotlichttherapie

Was bringt Rotlicht beim Pferd?

Rotlicht mit 660 nm und Infrarot mit 850 nm werden begleitend eingesetzt, um die lokale Durchblutung und die Regeneration nach Belastung zu unterstützen. Eine Heilwirkung ist damit nicht verbunden, und eine tierärztliche Behandlung ersetzt die Anwendung nicht.

Wie lange sollte man ein Pferd mit Rotlicht bestrahlen?

Üblich sind 10 bis 20 Minuten pro Stelle, ein- bis zweimal täglich. Länger bringt keinen zusätzlichen Nutzen. Unsere Geräte schalten nach 15 Minuten automatisch ab.

Was ist der Unterschied zwischen 660 nm und 850 nm?

660 nm ist sichtbares rotes Licht und wirkt oberflächennah, etwa auf Haut und oberflächliche Muskulatur. 850 nm ist Nahinfrarot, dringt tiefer ein und wird für Sehnen, Bänder und Gelenke genutzt.

Wann darf man Rotlicht beim Pferd nicht anwenden?

Nicht bei akuter Entzündung mit Wärme und Schwellung, nicht auf offenen Wunden, nicht auf gereizter Haut, nicht in die Augen und nicht über bekannten Tumoren. Bei ungeklärter Lahmheit gehört zuerst der Tierarzt ans Pferd.

Braucht man eine Rotlichtlampe für den Stall?

Eine Lampe muss über dem Pferd hängen und lässt sich schlecht dosieren. Geräte, die direkt anliegen, halten den Abstand konstant und lassen sich am Bein oder Rücken genau dort platzieren, wo sie wirken sollen.

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